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Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

New Zealand Railways Klasse RM (88 seater)

Neuseeland 1955 35 gebaut
RM 114 in den Sechzigern in Kaikoura TomMort1 CC BY-SA 4.0

Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Anzahl der Reisenden stetig stieg, versuchte die NZR, dem sich entwickelnden Straßenverkehr möglichst viele Fahrgäste abzugewinnen. Dazu mussten die Dampfzüge gegen modernere Arten der Traktion ersetzt und vor allem die gemischten Personen- und Güterzüge gegen eine modernere Form ersetzt werden. Die Ausschreibung für einen modernen Triebwagen mit 88 Sitzen wurde von der englischen Drewry Car Company gewonnen, während Fiat die Motoren lieferte. Die insgesamt 32 Meter langen Fahrzeuge bestanden aus jeweils zwei Wagenkästen, die sich in der Mitte ein gemeinsames Jakobs-Drehgestell teilten. In jeder Hälfte befand sich ein Motor, der seine Leistung elektrisch an zwei Achsen abgab.

Schon kurz nach der Auslieferung der 35 Exemplare zeigten sich jedoch die ersten Probleme. Beim Einsatz auf den bergigen Strecken auf der Nordinsel kam es häufig zur Überhitzung oder zu Problemen mit der Elektrik. Somit mussten die Fahrzeuge oft mit nur einem Motor fahren und verspäteten sich. Außerdem führten glühende Rußpartikel beim Betrieb unter Volllast teilweise zu Böschungsbränden. Diese Probleme konnten erst behoben werden, als Techniker von Fiat nach Neuseeland reisten und Untersuchungen anstellten. Dies führte letztlich zur Drosselung der Motoren von je 210 auf 185 PS und eine mögliche zweite Bestellung von 15 Exemplaren blieb aus.

Trotz der Drosselung kam es weiterhin zu Brüchen in den Kurbelwellen. Somit wurde 1967 die Beschaffung von Ersatzmotoren für alle Fahrzeuge ausgeschrieben. Auf Grund der Vorgaben der Regierung durften jedoch nur neue Kurbelwellen bestellt werden, was die restliche Lebensdauer der Fahrzeuge einschränkte. Bald wurden die Leistungen der Triebwagen auf einigen Verbindungen eingestellt und gegen lokbespannte Züge ersetzt. Ab 1976 wurden einige Exemplare in gezogene Personenwagen umgebaut, die in grün umlackiert und „Grassgrubs” genannt wurden. Im gleichen Jahr wurden die größeren Wartungsarbeiten an den restlichen Triebwagen ausgesetzt, so dass sie bis 1978 alle ausgemustert waren.

Technische Daten

Allgemein

Baujahre
1955-1958
Hersteller
Drewry Car Co
Achsformel
Bo'2'Bo'
Spurweite
1.067 mm (Kapspur)

Abmessungen und Gewichte

Länge
32,00 m
Leermasse
64,1 t

Triebwerk

Motor
Fiat 700.040
Motortyp
2x 6-Zyl. Diesel

Leistung

Energiequelle
dieselelektrisch
Indizierte Leistung
310 kW (421 PS)
Höchstgeschwindigkeit
105 km/h
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