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Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Great Western Railway Klasse 4900 „Hall”

Großbritannien 1924 258 gebaut
Nr. 4901 „Adderley Hall” auf einem Werksfoto aus Swindon PD

Die Hall class umfasste insgesamt 258 Schlepptenderlokomotiven der Achsfolge 2'C, die 1928 unter der Leitung von Charles Collett für den gemischten Dienst eingeführt wurden. Sie entstand, weil sich die Lokomotiven der Klasse 4300 mit der Achsfolge 1'C angesichts der stetig steigenden Zuggewichte schon bald als zu leistungsschwach erwiesen hatten. Als Prototyp diente die Saint class Nr. 2925 „Saint Martin“, die 1924 mit kleineren Kuppelrädern von 6 Fuß (1.829 mm) umgebaut und in Nr. 4900 umnummeriert wurde. Nach dreijährigen Erprobungen entschied sich die GWR, weitere 80 Lokomotiven dieses Typs zu bestellen. So wurde 1928 die Nr. 4901 „Adderley Hall“ in Swindon ausgeliefert.

Die Lokomotiven besaßen weiterhin den Churchward-Standardkessel Nr. 1 mit Überhitzer, der später auch bei der Saint class verwendet wurde. Gegenüber der Saint war jedoch der Ventilhub vergrößert und der Durchmesser der Drehgestellräder etwas reduziert worden. Die ersten 58 Maschinen erhielten Churchward-Tender mit einem Wasservorrat von 3.500 Imp. Gallonen (15.911 l) und einem Kohlevorrat von 7 Tonnen. Die späteren Lokomotiven wurden mit Collett-Tendern ausgerüstet, die 4.000 Imp. Gallonen (18.184 l) Wasser und 6 Tonnen Kohle fassten.

Die Hall class erwies sich insbesondere auf topographisch anspruchsvollen Strecken wie denen in Cornwall als außerordentlich erfolgreich. Daher folgten immer weitere Bestellungen, bis 1943 die letzte Lokomotive ausgeliefert wurde und die Gesamtstückzahl auf 258 anstieg. Die Maschinen wurden nach englischen und walisischen Landsitzen benannt, deren Namen den Bestandteil „Hall“ trugen. 1944 stellte Hawksworth die weiterentwickelte Modified Hall class vor, von der 71 Exemplare gebaut wurden.

Zwischen 1946 und 1950 wurden elf Vertreter der Hall class auf Ölfeuerung umgebaut. Bis auf eine überstanden alle die Verstaatlichung. Größere Ausmusterungswellen begannen 1962, und die letzte wurde 1965 außer Dienst gestellt. Elf Maschinen blieben erhalten; alle waren zuvor vor der Verschrottung auf dem Schrottplatz von Barry Island gerettet worden. Von den sieben betriebsfähig aufgearbeiteten Lokomotiven erlangte Nr. 4920 „Olton Hall“ besondere Berühmtheit, als sie unter dem Namen „Hogwarts Castle“ in mehreren Harry Potter-Filmen eingesetzt wurde. Da keine Lokomotive der Saint class erhalten geblieben war, wurde Nr. 4942 „Maindy Hall“ später zur Saint Nr. 2999 „Lady of Legend“ umgebaut.

Nr. 4965 „Rood Ashton Hall” im Oktober 2017 in Tyseley Tony Hisgett / CC BY 2.0

Technische Daten

Allgemein

Baujahre
1924, 1928-1943
Hersteller
Swindon
Achsformel
2'C h2
Spurweite
1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Länge
19,21 m
Radstand
8,26 m
Gesamtradstand
16,27 m
Dienstmasse
76,2 t
Reibungsmasse
57,4 t
Gesamtmasse
122,1 t
Feste Radstände
4,50 m
Achslast
19,3 t
Wasservorrat
18.185 l
Brennstoffvorrat
6,1 t (Kohle)

Kessel

Rostfläche
2,515 m²
Feuerbüchse
14,38 m²
Rohrheizfläche
156,655 m²
Verdampfungsheizfläche
171,035 m²
Überhitzerfläche
24,434 m²
Gesamtheizfläche
195,5 m²

Triebwerk

Raddurchmesser
1.829 mm
Kesseldruck
15,5 bar
Bauart
einfache Dampfdehnung
Zylinder
zwei, 470 x 762 mm

Leistung

Energiequelle
Dampf
Geschätzte Leistung
1.342 kW (1.825 PS)
Zugkraft
121,3 kN

Berechnete Werte

Adhäsionskoeffizient
1 : 4,64
Optimale Geschwindigkeit
68 km/h
Leistungsgewicht
17,6 kW/t
Heizflächen-Äquivalent
291,8 m²
Zylindervolumen/HFÄ
1 : 905,72
Reibungsmasse/Gesamt
1 : 1,33
Zugkraft/Heizfläche
1 : 12,96
Rostfläche/Heizfläche
1 : 77,72
Feuerbüchse/Rohrheizfläche
1 : 10,89
Gesamt/Überhitzer
1 : 7,00
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