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loco-info.com
Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Italienische Staatsbahn Baureihen 746 und 747

Italien 1923 60 gebaut
Die Lokomotive, August 1933

Als zu Anfang der Zwanziger die vorhandenen dreifach gekuppelten Schnellzugloks der FS auf hügeligen Strecken nicht mehr ausreichend Reibungsgewicht aufbringen konnten, entwickelte man als eine der ersten Bahngesellschaften in Europa eine vierfach gekuppelte Schnellzuglok. Nur so konnte man die auf Hügellandstrecken wie denen im Raum Rom und Florenz geltende maximale Achslast von 17 Tonnen einhalten. Man orientierte sich an der 1'C1'-Lok der Baureihe 680 und fügte eine weitere Kuppelachse hinzu.

Während man bis zu diesem Zeitpunkt bei Vierzylinder-Verbundloks in Italien Triebwerke nach dem System Plancher bevorzugte, kam hier das auch in Deutschland verwendete System nach von Borries zum Einsatz. Es gab somit zwei innenliegende Hochdruckzylinder und zwei außenliegende Niederdruckzylinder, die alle auf die dritte Kuppelachse wirkten. Um Platz für die Treibstangen der Innenzylinder zu schaffen, wurden die Zylinder etwas höher und geneigt angeordnet und die zweite Kuppelachse leicht gekröpft.

Im Gegensatz zum Barrenrahmen, der zu dieser Zeit bei Schnellzugloks auf dem europäischem Festland sehr beliebt war, kam hier ein Blechrahmen mit einer Stärke von 30 mm zum Einsatz. Die Vorlaufachse mit einem seitlichen Spiel von 94 mm war zusammen mit der ersten Kuppelachse zu einem Zara-Gestell vereinigt und verlieh dieser ein Spiel von 20 mm. Die Nachlaufachse war auf Grund der großen Rostfläche weiter von der letzten Kuppelachse entfernt und hatte deswegen ein seitliches Spiel von 140 mm.

Die Produktion umfasste zunächst 40 Maschinen, die von Breda geliefert wurden und eine Heusinger-Steuerung hatten. Weitere 20 Exemplare kamen von Ansaldo und erhielten eine Caprotti-Ventilsteuerung. Diese wurden anfangs als Baureihe 477 bezeichnet und 1929 in 746.100 umgezeichnet. Die Loks wurden, nachdem ihre angestammten Strecken elektrifiziert wurden, in den Jahren 1935 und 1937 jeweils einmal umstationiert. Sie landeten schließlich auf Sizilien und wurden bis 1967 ausgemustert. Heute sind nur noch zwei Exemplare dieser Baureihe erhalten: die 746.031 in Mailand, wo sie einst hergestellt wurde, und die 746.038 in Pistoia.

Risszeichnung mit Maßen Locomotive Magazine, Juli 1921

Technische Daten

Allgemein

Baujahre
1923, 1926-1927
Hersteller
Breda, Ansaldo
Achsformel
1'D1' h4v
Spurweite
1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Länge
22,79 m
Länge Lok
13,04 m
Radstand
11,24 m
Gesamtradstand
20,16 m
Leermasse
85 t
Dienstmasse
93 t
Reibungsmasse
66 t
Gesamtmasse
142,6 t
Feste Radstände
7,92 m
Achslast
16,5 t
Wasservorrat
22.000 l
Brennstoffvorrat
6 t (Kohle)

Kessel

Rostfläche
4,3 m²
Feuerbüchse
17 m²
Rohrheizfläche
220 m²
Verdampfungsheizfläche
237 m²
Überhitzerfläche
67 m²
Gesamtheizfläche
304,0 m²

Triebwerk

Raddurchmesser
1.880 mm
Kesseldruck
14 bar
Bauart
Verbund
Zylinder
vier, HD: 490 x 680 mm und ND: 720 x 680 mm

Leistung

Energiequelle
Dampf
Geschätzte Leistung
1.350 kW (1.835 PS)
Höchstgeschwindigkeit
110 km/h
Zugkraft
141,3 kN
Zugkraft einfach
169,5 kN

Berechnete Werte

Adhäsionskoeffizient
1 : 4,58
Optimale Geschwindigkeit
58 km/h
Leistungsgewicht
14,5 kW/t
Heizflächen-Äquivalent
456,0 m²
Zylindervolumen/HFÄ
1 : 1.169,57
Reibungsmasse/Gesamt
1 : 1,41
Zugkraft/Heizfläche
1 : 9,71
Rostfläche/Heizfläche
1 : 70,70
Feuerbüchse/Rohrheizfläche
1 : 12,94
Gesamt/Überhitzer
1 : 3,54
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