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Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Great Western Railway Klasse 2221 „County Tank”

Großbritannien 1905 30 gebaut
Locomotive Magazine, April 1906

Als Nachfolger für die schnellen Vorortmaschinen der Klasse 3600 „Birdcage” entwickelte Churchward eine Tenderlok aus der Klasse 3800 „County”, indem er eine Nachlaufachse hinzufügte und Wasser- und Kohlevorräte auf der Lok unterbrachte. Es kam der etwas kleinere GWR-Standardkessel Nr. 2 zum Einsatz, der auch eine Belpaire-Feuerbüchse hatte und sich nach vorne hin verjüngte. Nur die Nummer 2230 erhielt den gleichen Kessel der County-Klasse, wurde jedoch auch schnell auf den kleineren Standardkessel umgerüstet.

Die seitlichen Wassertanks hatten eine nach vorne hin abfallende Decke, womit sie sich dem sich verjüngenden Kessel anpassten. Sie erlaubten es trotz guter Sicht nach vorne, die Wasserkapazität von den 1.500 Gallonen früherer Tenderloks auf 2.000 Gallonen zu erweitern. In beiden Fahrtrichtungen wurden Schöpfeinrichtungen für Wassertröge montiert, um die Wasservorräte im laufenden Betrieb schneller auffüllen zu können. Dank des Kuppelraddurchmessers von 80,5 Zoll stellte die Zeitschrift „Die Lokomotive” noch 1932 die Vermutung an, dass es sich um die schnellste Tenderlok der Welt handeln müsste.

Zwischen 1905 und 1912 wurden drei Serien zu je zehn Maschinen gefertigt. Bei den Loks der dritten Serie war ab Werk ein Überhitzer verbaut, bei den ersten beiden Serien wurde dieser nachgerüstet. Ebenso wurden einige Loks später mit größeren Vorräten versehen. Eingesetzt wurden sie vor schnellen Personenzügen in den Vororten von London.

Dank der großen Räder eigneten sich die Maschinen für den Einsatz auf den äußeren Vorortlinien ohne viele Zwischenstopps. Gleichzeitig bedeutete dies aber für die inneren Vorortstrecken, dass die Beschleunigung nicht ausreichte. Ein weiterer Kritikpunkt war die ungenügende Laufruhe, da der Radstand der beiden gekuppelten Achsen sehr gering war und es durch den langen Zylinderhub von 30 Zoll große sich bewegende Massen gab. So kam es, dass die „County Tanks” bereits zwischen 1931 und 1934 gegen die „Large Prairies” der Klasse 6100 ersetzt wurden. Diese stellten mit ihrem Kuppelraddurchmesser von 68 Zoll und drei gekuppelten Achsen einen besseren Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Beschleunigung dar. Da kein besseres Einsatzgebiet für die Klasse 2221 gefunden werden konnte, wurden alle verschrottet.

Risszeichnung mit Maßen Locomotive Magazine, August 1905

Technische Daten

Allgemein

Eigenschaft Nassdampf Umbau Heißdampf
Baujahre 1905-1909 1912
Hersteller Swindon
Achsformel 2'B1' n2t 2'B1' h2t
Spurweite 1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Eigenschaft Nassdampf Umbau Heißdampf
Radstand 9,75 m
Dienstmasse 72,9 t
Reibungsmasse 37,6 t
Feste Radstände 2,59 m
Achslast 19,3 t
Wasservorrat 9.093 l
Brennstoffvorrat 3 t (Kohle)

Kessel

Eigenschaft Nassdampf Umbau Heißdampf
Rostfläche 1,89 m² 1,891 m²
Feuerbüchse 11,316 m² 11,319 m²
Rohrheizfläche 133,613 m² 106,389 m²
Verdampfungsheizfläche 144,929 m² 117,708 m²
Gesamtheizfläche 144,9 m² 125,4 m²
Überhitzerfläche 7,711 m²

Triebwerk

Eigenschaft Nassdampf Umbau Heißdampf
Raddurchmesser 2.045 mm
Kesseldruck 13,8 bar
Bauart einfache Dampfdehnung
Zylinder zwei, 457 x 762 mm

Leistung

Eigenschaft Nassdampf Umbau Heißdampf
Energiequelle Dampf
Geschätzte Leistung 611 kW (831 PS) 764 kW (1.039 PS)
Zugkraft 91,3 kN

Berechnete Werte

Eigenschaft Nassdampf Umbau Heißdampf
Adhäsionskoeffizient 1 : 4,04
Optimale Geschwindigkeit 40 km/h 51 km/h
Leistungsgewicht 8,4 kW/t 10,5 kW/t
Heizflächen-Äquivalent 201,5 m² 189,7 m²
Zylindervolumen/HFÄ 1 : 1.241,63 1 : 1.318,75
Reibungsmasse/Gesamt 1 : 1,94
Zugkraft/Heizfläche 1 : 13,16 1 : 15,21
Rostfläche/Heizfläche 1 : 76,68 1 : 66,32
Feuerbüchse/Rohrheizfläche 1 : 11,81 1 : 9,40
Gesamt/Überhitzer 1 : 15,26
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