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Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Lancashire & Yorkshire Klasse 32

London, Midland & Scottish Klasse 6F

Großbritannien 1908 5 gebaut
Locomotive Magazine, Mai 1909

Seit der L1 der Great Northern war es in Großbritannien zur Mode geworden, sehr schwere Tenderloks ohne Vorlaufachse zu beschaffen für Aufgaben, die eine hohe Zugkraft oder schnelle Beschleunigung benötigten. Die schlechtere Laufruhe bei höheren Geschwindigkeiten und die geringere Reichweite im Vergleich zu einer Schlepptenderlok konnten hierbei außer Acht gelassen werden. Während die L1 für das zügige Beschleunigen von Pendlerzügen gebaut wurde, sollte die Klasse 32 der Lancashire & Yorkshire Railway für schwere Rangieraufgaben oder zum Nachschieben von Güterzügen verwendet werden. Das Einsatzgebiet lag vorrangig im Hafen von Liverpool, welcher über kurze, steile Steigungen verfügte. George Hughes, Chefingenieur der L&YR, orientierte sich bei der Entwicklung in gewissem Maße an der D-Schlepptenderlok der Klasse 30 seines Vorgängers Aspinall.

Der Durchmesser des Kessels wurde um einen ganzen Fuß vergrößert, während man gleichzeitig beim Nassdampfprinzip blieb. Überlegungen waren zu dem Schluss gekommen, dass die damaligen Überhitzer im Rangierbetrieb nicht mit voller Effizienz arbeiteten und die zusätzliche Komplexität deshalb nicht zielführend wäre. Der Achsstand der Kuppelachsen wurde vergrößert, was die Ausführung der vier mittleren Kuppelräder ohne Spurkranz erfordert hatte. Die Zylinder waren für eine Lok ohne Verbundtriebwerk sehr groß und trieben die zweite Achse an. Sie sorgten für eine Zugkraft von etwa 34.000 Pound bzw. mehr als 150 kN.

Es wurden fünf Exemplare bestellt, die alle im März und April 1908 ausgeliefert wurden. Ihr Einsatz war zunächst auf den Rangieranlagen in Aintree mit Ablaufhügeln geplant, was aber letztlich nicht möglich war. Der Grund dafür war, dass einzelne Fahrwerksteile die dort angebrachten Stromschienen beschädigten. Letztlich wurden sie in Accrington und Agecroft stationiert und für schwere Rangier- und Nachschubarbeiten eingesetzt. Die L&YR gehörte nach der Gruppierung von 1923 zur LMS und dort sah man keinen großen Bedarf für Splitterbaureihen mit wenigen Exemplaren. Deshalb wurden sie zwischen 1925 und 1929 mit dem Ablauf der Wartungsfristen für die Kessel abgestellt.

Die letzte gebaute Maschine, Nr. 1505 PD

Technische Daten

Allgemein

Baujahre
1908
Hersteller
Horwich
Achsformel
D1' n2t
Spurweite
1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Radstand
7,47 m
Dienstmasse
85,3 t
Reibungsmasse
69,1 t
Feste Radstände
5,18 m
Achslast
17,8 t
Wasservorrat
9.093 l
Brennstoffvorrat
3 t (Kohle)

Kessel

Rostfläche
2,378 m²
Feuerbüchse
17,652 m²
Rohrheizfläche
186,549 m²
Verdampfungsheizfläche
204,201 m²
Gesamtheizfläche
204,2 m²

Triebwerk

Raddurchmesser
1.372 mm
Kesseldruck
12,4 bar
Bauart
einfache Dampfdehnung
Zylinder
zwei, 546 x 660 mm

Leistung

Energiequelle
Dampf
Geschätzte Leistung
708 kW (963 PS)
Zugkraft
151,5 kN

Berechnete Werte

Adhäsionskoeffizient
1 : 4,47
Optimale Geschwindigkeit
29 km/h
Leistungsgewicht
8,3 kW/t
Heizflächen-Äquivalent
292,5 m²
Zylindervolumen/HFÄ
1 : 1.057,80
Reibungsmasse/Gesamt
1 : 1,24
Zugkraft/Heizfläche
1 : 15,49
Rostfläche/Heizfläche
1 : 85,87
Feuerbüchse/Rohrheizfläche
1 : 10,57
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