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Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Deutsche Reichsbahn Baureihe 84

Deutschland 1935 12 gebaut
84 001 in Fotolackierung auf einem Werksfoto Sammlung Köhler

In den dreißiger Jahren wurde die Müglitztalbahn im Erzgebirge von 750 mm Spurweite auf Normalspur umgebaut, da sich dort zunehmend Industriebetriebe ansiedelten und die Schmalspurloks den gestiegenen Anforderungen nicht mehr gewachsen waren. Auch der Verkehr auf der Straße brachte keine Abhilfe. Nun bestand der Bedarf nach einer Tenderlok, die Güterzüge mit Papier, Glas oder Metallwaren ziehen kann. Neben der maximalen Steigung von 36 Promille waren die Kurvenradien eine Herausforderung, die bis zu 139 m erreichten.

Dafür wurde die Baureihe 84 als Einheitslok entwickelt und vorerst in zwei Varianten mit Unterschieden im Triebwerk ausgeliefert. Die zwei Exemplare von BMAG verfügten über ein Dreizylindertriebwerk und ein Fahrwerk mit Schwarzkopff-Eckardt-Lenkgestellen. Letztere waren vom bekannten Krauss-Helmholtz-Lenkgestell abgeleitet, hier wurden jedoch jeweils zwei Kuppelachsen verbunden. Dabei lenkte die Laufachse die zweite Kuppelachse an, welche wiederum die erste Kuppelachse mit geringerem Ausschlag anlenkte. Dies ergab einen festen Radstand von null.

Zwei weitere Exemplare wurden von Orenstein und Koppel geliefert, welche über einen Luttermöller-Achsantrieb verfügten. Bei diesem waren die äußeren Kuppelachsen seitlich verschiebbar ausgeführt und über Zahnräder mit den benachbarten verbunden. Die Laufachsen waren in einem Bisselgestell gelagert. Außerdem verfügten diese Maschinen nur über zwei Zylinder.

Schließlich überzeugte die Bauart der BMAG, woraufhin man von dieser acht zusätzliche beschaffte. Sie blieben vorerst auf der angestammten Strecke im Einsatz und elf der zwölf überlebten den Zweiten Weltkrieg, jedoch nach einem Bombenangriff schwer beschädigt. Nach dem Krieg blieben die Loks weiterhin im Erzgebirge, wo sie unter anderem zum Transport von Uranerz genutzt wurden. Ihre Ausmusterung fand zwischen 1966 und 1968 statt. Einige Quellen erzählen, dass alle Maschinen bereits 1958 abgestellt wurden, eine geplante Rekonstruktion schließlich auf Grund der geringen Stückzahl ausblieb und sie nach einigen Jahren Standzeit verschrottet wurden.

Schnittzeichnung mit Maßen Die Lokomotive, September/Oktober 1938

Technische Daten

Allgemein

Eigenschaft Serienausführung 84 003 und 004
Baujahre 1935-1937
Hersteller BMAG O&K
Achsformel 1'E1' h3t 1'E1' h2t
Spurweite 1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Eigenschaft Serienausführung 84 003 und 004
Länge 15,55 m 15,95 m
Radstand 11,70 m
Leermasse 100,5 t 100,9 t
Dienstmasse 125 t 125,2 t
Reibungsmasse 91 t 89,7 t
Feste Radstände 0,00 m 3,70 m
Achslast 18,3 t 18 t
Wasservorrat 14.000 l
Brennstoffvorrat 3 t (Kohle)

Kessel

Eigenschaft Serienausführung 84 003 und 004
Rostfläche 3,76 m²
Verdampfungsheizfläche 210 m²
Überhitzerfläche 85 m²
Gesamtheizfläche 295,0 m²

Triebwerk

Eigenschaft Serienausführung 84 003 und 004
Raddurchmesser 1.400 mm
Kesseldruck 16 bar
Bauart einfache Dampfdehnung
Zylinder drei, 500 x 660 mm zwei, 600 x 660 mm

Leistung

Eigenschaft Serienausführung 84 003 und 004
Energiequelle Dampf
Indizierte Leistung 1.049 kW (1.426 PS)
Höchstgeschwindigkeit 80 km/h
Zugkraft 240,4 kN 230,8 kN

Berechnete Werte

Eigenschaft Serienausführung 84 003 und 004
Adhäsionskoeffizient 1 : 3,71 1 : 3,81
Optimale Geschwindigkeit 27 km/h
Leistungsgewicht 8,4 kW/t
Reibungsmasse/Gesamt 1 : 1,37 1 : 1,40
Zugkraft/Heizfläche 1 : 17,02 1 : 16,34
Rostfläche/Heizfläche 1 : 78,46
Gesamt/Überhitzer 1 : 2,47
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