Banner
Navigation
loco-info.com
Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Bayerische S 2/6

Deutschland 1906 1 gebaut
PD

Die S 2/6 war ein Einzelstück, das ausschließlich zur Erprobung höherer Geschwindigkeiten gedacht war. Sie wurde im Dezember 1905 bestellt und innerhalb von nur vier Monaten entwickelt und gebaut. Hinsichtlich Achsfolge und Treibraddurchmesser entspricht sie der preußischen Versuchslok S 9, mit der kurz vorher Schnellfahrversuche unternommen worden waren. Im Gegensatz zu dieser baute die S 2/6 jedoch ansonsten auf seriennahen Technologien auf.

Neben den zwei Kuppelradsätzen mit 2.200 mm großen Rädern sind die an diversen Stellen verwendeten Maßnahmen zur Verringerung des Luftwiderstands Erkennungsmerkmale der Lok. Eine kegelförmige Rauchkammertür und ein vorne zugespitztes Führerhaus hatten auch andere Schnellzugloks dieser Zeit, jedoch gab es hier einen fließenden Übergang vom Kessel zum Führerhaus. Noch weiter ging man mit der stromlinienförmigen Verkleidung von Schornstein, Dampfdom und Zylindern.

Mit einer großen Rostfläche im Vergleich zu anderen Lokomotiven erhielt man eine sehr gute Verdampfungsleistung. Zusammen mit dem Vierzylinder-Verbundtriebwerk erreichte man bei Versuchsfahrten eine berechnete indizierte Leistung von bis zu 2.200 PS. Am 2. Juli 1907 fuhr man mit vier Wagen von insgesamt 150 Tonnen Gewicht eine Geschwindigkeit von 154,5 km/h. Dieser Wert war Weltrekord und sorgte international für großes Aufsehen.

Direkt nach den Testfahrten wurde die S 2/6 in den Planeinsatz übernommen, wo sie mit Zügen von 360 Tonnen eine Geschwindigkeit von 120 km/h erreichen konnte. Im Betrieb in Bayern war sie vor allem beim planenden Personal unbeliebt, da sie ein Einzelstück war und sich ihre Charakteristiken stark von den anderen eingesetzten Loks unterschieden. Im Vergleich zur S 3/6 hatte die S 2/6 zwar mehr Leistung, konnte mit nur zwei gekuppelten Achsen jedoch weniger Zugkraft aufbringen, was die Planung des gleichzeitigen Einsatzes beider Loks sehr schwierig machte.

1910 wurde die Maschine in das zu Bayern gehörende pfälzische Netz verlegt und fand dort größeren Zuspruch. Bei der Reichsbahn wäre sie zur Baureihe 15 geworden, in der sie als einzige Lok mit der Achsfolge 2'B'2 alleine gewesen wäre. Jedoch wurde sie nach ihrer Rückkehr nach Bayern ausgemustert, neu aufgearbeitet und 1925 ins Verkehrsmuseum Nürnberg verbracht, wo sie sich bis heute befindet.

Technische Daten

Allgemein

Baujahre
1906
Hersteller
Maffei
Achsformel
2'B2' h4v
Spurweite
1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Länge
21,13 m
Länge Lok
13,78 m
Radstand
11,70 m
Gesamtradstand
18,50 m
Leermasse
74,8 t
Dienstmasse
82,5 t
Reibungsmasse
32,5 t
Feste Radstände
2,32 m
Achslast
16,3 t
Wasservorrat
26.000 l
Brennstoffvorrat
7 t (Kohle)

Kessel

Rostfläche
4,7 m²
Feuerbüchse
16,5 m²
Rohrheizfläche
199 m²
Verdampfungsheizfläche
215,5 m²
Überhitzerfläche
37,5 m²
Gesamtheizfläche
253,0 m²

Triebwerk

Raddurchmesser
2.200 mm
Kesseldruck
15 bar
Bauart
Verbund
Zylinder
vier, HD: 410 x 640 mm und ND: 610 x 640 mm

Leistung

Energiequelle
Dampf
Indizierte Leistung
1.620 kW (2.203 PS)
Höchstgeschwindigkeit
150 km/h
Zugkraft
85,9 kN
Zugkraft einfach
103,1 kN

Berechnete Werte

Adhäsionskoeffizient
1 : 3,71
Optimale Geschwindigkeit
116 km/h
Leistungsgewicht
19,6 kW/t
Heizflächen-Äquivalent
373,0 m²
Zylindervolumen/HFÄ
1 : 954,51
Reibungsmasse/Gesamt
1 : 2,54
Zugkraft/Heizfläche
1 : 7,09
Rostfläche/Heizfläche
1 : 53,83
Feuerbüchse/Rohrheizfläche
1 : 12,06
Gesamt/Überhitzer
1 : 5,75
Switch to English

Einstellungen

Ihre Einstellungen werden nur für diese Browser-Sitzung gespeichert.

Einwilligung zur Verwendung von Cookies

Wir verwenden Cookies, um Ihre Anzeigeeinstellungen zu speichern. Wenn Sie ablehnen, werden die Einstellungen nur für die aktuelle Browser-Sitzung vorgehalten.