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Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Furness Railway Klassen 112 und 98 „Cleator Tanks”

Rush Klassen L1, L2 und L3

Großbritannien 1898 19 gebaut
Locomotive Magazine, Oktober 1898

William Frank Pettigrew, der 1896 den Posten als Chefingenieur bei der Furness angetreten hatte, sollte eine starke Lok für den Verkehr mit Erzzügen entwerfen. Die Lösung war eine dreifach gekuppelte Tenderlok mit Nachlaufachse, wie sie in Großbritannien als „Radial Tank” bekannt ist. Sie erhielt auch den Namen „Cleator Tank”, da sie vorrangig für die Cleator and Workington Junction Railway in West Cumberland gedacht war.

Der Kessel, die Zylinder und die Kuppelräder wurden so gut wie unverändert von der Standard-Güterzuglok der Klasse 7 verwendet. Dies waren Schlepptenderloks der Achsfolge C, die in den Werken von Bob Rush als Klasse D3 bekannt wurden. Die Cleator Tanks der ersten Serie wurden in nur drei Exemplaren bei Sharp, Stewart & Co. mit den Nummern 112 bis 114 gebaut und bekamen später von Rush die Bezeichnung L1.

1904 wurde eine verstärkte Variante vorgestellt, die als Klasse 98 geführt wurde. Das Einsatzgebiet umfasste nun nicht mehr Güterzüge, sondern Personenzüge auf Pendlerstrecken. Dafür hatten sie einen um vier Zoll vergrößerten Kuppelraddurchmesser, einen um zehn psi erhöhten Kesseldruck und vergrößerte Vorräte. Der größere Kohlebunker ist dabei im Vergleich mit den Vorgängern deutlich zu erkennen. Für den Betrieb auf einer Teilstrecke mit geringerer zulässiger Achslast wurden die Ausgleichsleitungen zwischen den Wassertanks mit einer besonderen Vorrichtung versehen, die nur den hinteren Tank füllt und somit die Last auf den Kuppelachsen verringerte.

Von der neuen Variante entstanden zunächst fünf bei Nasmyth, Wilson & Co. und fünf bei North British. 1907 folgte eine weitere Serie von sechs Stück, die von North British geliefert wurden. Zur besseren Gewichtsverteilung hatten sie kürzere Seitentanks, einen größeren Hecktank und kamen auf eine größere Masse. Bei Rush wurden die Maschinen der Bauart von 1904 als L2 bezeichnet, während die neueren als L3 bezeichnet wurden.

Locomotive Magazine, August 1904

Technische Daten

Allgemein

Eigenschaft L1 L2 L3
Baujahre 1898 1904 1907
Hersteller Sharp, Stewart & Co. Nasmyth, Wilson & Co., North British North British
Achsformel C1' n2t
Spurweite 1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Eigenschaft L1 L2 L3
Radstand 6,30 m
Dienstmasse 55,9 t 56,6 t 59,4 t
Reibungsmasse 45,2 t 43,7 t
Feste Radstände 4,39 m
Achslast 16,3 t 15,3 t
Wasservorrat 7.639 l 9.274 l
Brennstoffvorrat 1,6 t (Kohle) 2,2 t (Kohle)

Kessel

Eigenschaft L1 L2 L3
Rostfläche 1,905 m²
Feuerbüchse 9,755 m²
Rohrheizfläche 95,597 m² 95,969 m² 95,597 m²
Verdampfungsheizfläche 105,352 m² 105,724 m² 105,352 m²
Gesamtheizfläche 105,4 m² 105,7 m² 105,4 m²

Triebwerk

Eigenschaft L1 L2 L3
Raddurchmesser 1.422 mm 1.524 mm
Kesseldruck 10,3 bar 11 bar
Bauart einfache Dampfdehnung
Zylinder zwei, 457 x 660 mm

Leistung

Eigenschaft L1 L2 L3
Energiequelle Dampf
Geschätzte Leistung 429 kW (583 PS) 466 kW (634 PS)
Zugkraft 85,3 kN 84,9 kN

Berechnete Werte

Eigenschaft L1 L2 L3
Adhäsionskoeffizient 1 : 5,20 1 : 5,05
Optimale Geschwindigkeit 31 km/h 34 km/h
Leistungsgewicht 7,7 kW/t 8,2 kW/t 7,8 kW/t
Heizflächen-Äquivalent 154,1 m² 154,5 m² 154,1 m²
Zylindervolumen/HFÄ 1 : 1.406,89 1 : 1.403,50 1 : 1.406,89
Reibungsmasse/Gesamt 1 : 1,24 1 : 1,30
Zugkraft/Heizfläche 1 : 16,91 1 : 16,78 1 : 16,84
Rostfläche/Heizfläche 1 : 55,30 1 : 55,50 1 : 55,30
Feuerbüchse/Rohrheizfläche 1 : 9,80 1 : 9,84 1 : 9,80
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