Preußische T 14 Nr. 8508
Um 1910 planten die Preußischen Staatseisenbahnen die Elektrifizierung der Strecken der Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahnen. Da der Verband norddeutscher Lokomotivfabriken einen Rückgang der Aufträge befürchtete, wollte er die Eisenbahnverwaltung davon überzeugen, dass Dampflokomotiven mit elektrischen Triebzügen konkurrieren könnten. Zu diesem Zweck ließ der Verband 1913 eine Tenderlokomotive der Achsfolge 1'D1' von Henschel bauen, die den Namen „Kampflokomotive“ erhielt. Sie sollte beweisen, dass sich mit Dampfbetrieb ebenfalls ein Takt von 30 oder mehr Zügen pro Stunde erreichen ließ. Hierzu erhielt sie einen großen Kessel sowie drei Zylinder, um eine höhere und gleichmäßigere Beschleunigung zu ermöglichen. Zur Verringerung der Rauchentwicklung war sie mit einer zusätzlichen Ölfeuerung ausgestattet, und ein Schalldämpfer im Schornstein sollte die Geräuschentwicklung mindern.
Die Lokomotive wurde der Staatsbahn im Februar 1913 kostenlos zur Verfügung gestellt. Sie erhielt die Betriebsnummer 8508 und wurde, wie die übrigen Tenderlokomotiven der Achsfolge 1'D1', als T 14 eingereiht. Erprobt wurde sie mit Zügen aus 13 dreiachsigen Personenwagen, die zusammen 300 Tonnen wogen. Ihre Leistung genügte für den angestrebten Takt von 30 Zügen pro Stunde und theoretisch wäre sogar eine Steigerung auf 42 Züge pro Stunde möglich gewesen. Dennoch war sie deutlich lauter als elektrische Triebzüge und bot den Fahrgästen beim Anfahren einen geringeren Komfort. Hinzu kam, dass sie nach jedem Umlauf zum Bekohlen und Wasserfassen anhalten musste. Bereits im Mai 1913 wurden die Versuche beendet, nachdem endgültig beschlossen worden war, sämtliche Strecken zu elektrifizieren. Anschließend wurde der Innenzylinder ausgebaut und die Lokomotive zur Eisenbahndirektion Breslau (heute Wrocław) versetzt. Nach dem Ersten Weltkrieg gelangte sie als Reparationsleistung zur französischen Est, wo sie die Betriebsnummer 4651 erhielt.
Technische Daten
Allgemein
- Baujahre
- 1913
- Hersteller
- Henschel
- Achsformel
- 1'D1' h3t
- Spurweite
- 1.435 mm (Normalspur)
Abmessungen und Gewichte
- Dienstmasse
- 101 t
- Reibungsmasse
- 68 t
- Achslast
- 17 t
Kessel
- Rostfläche
- 3,65 m²
- Verdampfungsheizfläche
- 249,4 m²
- Überhitzerfläche
- 67,6 m²
- Gesamtheizfläche
- 317,0 m²
Triebwerk
- Raddurchmesser
- 1.350 mm
- Kesseldruck
- 15 bar
- Bauart
- einfache Dampfdehnung
- Zylinder
- drei, 490 x 630 mm
Leistung
- Energiequelle
- Dampf
- Höchstgeschwindigkeit
- 65 km/h
- Zugkraft
- 214,3 kN
Berechnete Werte
- Adhäsionskoeffizient
- 1 : 3,11
- Reibungsmasse/Gesamt
- 1 : 1,49
- Zugkraft/Heizfläche
- 1 : 14,12
- Rostfläche/Heizfläche
- 1 : 86,85
- Gesamt/Überhitzer
- 1 : 3,69