South African Klasse 26 „Red Devil”
In den siebziger Jahren entwickelte David Wardale ein Konzept für eine moderne Dampflokomotive mit gesteigerter Leistung sowie geringerem Kohle- und Wasserverbrauch. Auf diese Weise hoffte er, der Dampflokomotive zu einer Renaissance zu verhelfen und einen umfangreichen Umbau vorhandener Maschinen anzustoßen. Dabei stützte er sich auch auf die Arbeiten des argentinischen Ingenieurs Livio Dante Porta und dessen doppelte Lempor-Saugzuganlage. Die wichtigste weitere Neuerung war das „Gas Producer Combustion System” (GPCS), das auf der Vergasung der Kohle auf einem Niedertemperatur-Feuerbett beruhte. Dadurch ließ sich aus jedem Kilogramm Kohle mehr Leistung gewinnen, während die vollständigere Verbrennung zugleich die Entstehung von schwarzem Rauch verringerte.
Als ersten Versuch für seine Änderungen durfte er die von Krupp gebaute Lokomotive der Achsfolge 2'D1' der Klasse 19D mit der Nummer 2644 umbauen. Nachdem sich dieser Umbau als Erfolg erwiesen hatte, erhielt er die Lokomotive der Achsfolge 2'D2' der Klasse 25NC mit der Nummer 3450 für einen wesentlich umfassenderen Umbau. Diese Klasse war von L.C. Grubb konstruiert worden, und die betreffende Lokomotive war 1953 von Henschel gebaut worden. Zu den weiteren Änderungen gehörten ein Speisewasservorwärmer, ein Booster für den Überhitzer sowie eine verlängerte, selbstreinigende Rauchkammer. Die Heusinger-Steuerung wurde vollständig überarbeitet, wobei die Abmessungen mithilfe von Computerberechnungen festgelegt und die Schmierung verbessert wurden.
Da die verschiedenen Werkstätten der South African Railways jeweils auf bestimmte Arbeitsbereiche spezialisiert waren, wurden die einzelnen Bauteile an unterschiedlichen Standorten gefertigt. Der Umbau wurde 1981 abgeschlossen. Die Lokomotive erhielt zunächst den Namen „L.D. Porta“, bekam jedoch aufgrund ihrer Farbgebung schon bald den offiziellen Spitznamen „Red Devil“. Sie wurde rasch als die leistungsstärkste Schmalspur-Dampflokomotive der Welt bekannt. In den folgenden Jahren wurde sie sowohl vor Personen- als auch vor Güterzügen erprobt.
Messfahrten mit Indiziergeräten ergaben eine Leistung von 3.350 kW beziehungsweise 4.555 PS, wenngleich manche Quellen sogar bis zu 5.100 PS angeben. Gegenüber der Klasse 25NC entsprach dies einer Steigerung der Leistung am Zughaken um 43 Prozent, während gleichzeitig 28 Prozent weniger Kohle und 30 Prozent weniger Wasser verbraucht wurden. Die Lokomotive konnte Güterzüge mit einer Masse von 900 Tonnen über eine Steigung von zwei Prozent oder einen 650 Tonnen schweren Personenzug mit 100 km/h über eine einprozentige Steigung befördern.
Das größte Problem dieser Lokomotive war das Schleudern infolge ihrer hohen Leistung. Da von den insgesamt acht Achsen nur vier angetrieben waren, lag ihr Adhäsionsfaktor bei lediglich 3,24, was für eine Zweizylinderlokomotive vergleichsweise niedrig war. Später wurde die „Red Devil“ nochmals in einigen Punkten verändert, ohne dass sich dadurch nennenswerte Verbesserungen ergaben. In den Jahren 1989 und 1990 wurden jeweils eine Garratt der Klasse NG G16 in ähnlicher Weise umgebaut, wodurch sich deren Leistungsfähigkeit deutlich verbesserte. Die 3450 beförderte bis 2003 Sonderzüge und wird seit 2018 von Ceres Rail wieder eingesetzt, kommt jedoch nur noch im Winter zum Einsatz.
Technische Daten
Allgemein
- Baujahre
- 1981
- Hersteller
- SAR
- Achsformel
- 2'D2' h2
- Spurweite
- 1.067 mm (Kapspur)
Abmessungen und Gewichte
- Radstand
- 11,58 m
- Gesamtradstand
- 24,81 m
- Dienstmasse
- 119,3 t
- Reibungsmasse
- 75,4 t
- Gesamtmasse
- 235,7 t
- Feste Radstände
- 4,80 m
- Achslast
- 19 t
- Wasservorrat
- 47.734 l
- Brennstoffvorrat
- 20,3 t (Kohle)
Kessel
- Rostfläche
- 3,437 m²
- Feuerbüchse
- 27,314 m²
- Rohrheizfläche
- 284,191 m²
- Verdampfungsheizfläche
- 311,504 m²
- Überhitzerfläche
- 94,232 m²
- Gesamtheizfläche
- 405,7 m²
Triebwerk
- Raddurchmesser
- 1.524 mm
- Kesseldruck
- 15,5 bar
- Bauart
- einfache Dampfdehnung
- Zylinder
- zwei, 610 x 711 mm
Leistung
- Energiequelle
- Dampf
- Indizierte Leistung
- 3.356 kW (4.563 PS)
- Zugkraft
- 228,7 kN
Berechnete Werte
- Adhäsionskoeffizient
- 1 : 3,24
- Optimale Geschwindigkeit
- 90 km/h
- Leistungsgewicht
- 28,1 kW/t
- Heizflächen-Äquivalent
- 636,5 m²
- Zylindervolumen/HFÄ
- 1 : 652,19
- Reibungsmasse/Gesamt
- 1 : 1,58
- Zugkraft/Heizfläche
- 1 : 11,77
- Rostfläche/Heizfläche
- 1 : 118,05
- Feuerbüchse/Rohrheizfläche
- 1 : 10,40
- Gesamt/Überhitzer
- 1 : 3,31