Französische Staatsbahn 232 U
Die 232 U 1 war eine von acht stromlinienverkleideten 2'C2'-Lokomotiven, die ab 1938 von Marc de Caso für die Nord entworfen wurden. Während die anderen mit herkömmlichen Zylindern gebaut wurden, sollte die achte ursprünglich von einer Dampfturbine angetrieben werden. Ihr Bau wurde bei SACM in Graffenstaden begonnen, jedoch durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Nach dem Krieg wurde die Konstruktion in eine Vierzylinder-Verbundmaschine geändert und die Rahmen zur weiteren Montage an Corpet-Louvet übergeben. Sie wurde erst 1949 fertiggestellt und aufgrund der Unterschiede gegenüber der 232 S der neuen Baureihe 232 U zugeordnet.
Der Durchmesser der Hochdruckzylinder war neun Millimeter geringer und anstelle von rotierenden Nockenwellen besaß sie eine herkömmliche Heusinger-Steuerung. Außerdem liefen alle Achsen in SKF-Rollenlagern. Die Kessel aller drei Typen waren im Wesentlichen gleich. Sie wurden mit einem Druck von 20 bar betrieben und besaßen einen ACFI-Speisewasservorwärmer sowie zwei Thermix-Injektoren. Da sechsachsige Tender zu lang gewesen wären, erhielten sie vierachsige Tender, die mit einem Stoker ausgestattet waren und 36 m³ Wasser sowie 11,5 Tonnen Kohle mitführten. Die indizierte Leistung wird üblicherweise mit 3.400 PS angegeben, es gibt jedoch auch Angaben von 4.000 PS.
Die 232 U 1 trug den Spitznamen „la Divine“ und wurde zusammen mit den drei 232 R und vier 232 S im Schnellzugdienst auf der Strecke Paris–Lille eingesetzt. Dort gelang es ihr, 576 Tonnen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 114,25 km/h zu befördern. Alle waren für 140 km/h zugelassen, obwohl technisch höhere Geschwindigkeiten möglich gewesen wären. Wie die anderen besaß die 232 U 1 eine Achslast von 23 Tonnen, was den Einsatz auf vielen Strecken verhinderte. Wie ihre Schwestern wurde sie 1961 ausgemustert und durch Elektrolokomotiven ersetzt. Heute ist sie in der Cité du Train in Mülhausen im Elsass ausgestellt.
Technische Daten
Allgemein
- Baujahre
- 1949
- Hersteller
- Corpet-Louvet
- Achsformel
- 2'C2' h4v
- Spurweite
- 1.435 mm (Normalspur)
Abmessungen und Gewichte
- Länge Lok
- 15,71 m
- Gesamtradstand
- 22,59 m
- Dienstmasse
- 129 t
- Reibungsmasse
- 69 t
- Gesamtmasse
- 215,4 t
- Feste Radstände
- 4,39 m
- Achslast
- 23 t
- Wasservorrat
- 36.000 l
- Brennstoffvorrat
- 11,5 t (Kohle)
Kessel
- Rostfläche
- 5,175 m²
- Feuerbüchse
- 25 m²
- Rohrheizfläche
- 195 m²
- Verdampfungsheizfläche
- 220 m²
- Überhitzerfläche
- 87,42 m²
- Gesamtheizfläche
- 307,4 m²
Triebwerk
- Raddurchmesser
- 2.000 mm
- Kesseldruck
- 20 bar
- Bauart
- Verbund
- Zylinder
- vier, HD: 446 x 700 mm und ND: 680 x 700 mm
Leistung
- Energiequelle
- Dampf
- Geschätzte Leistung
- 2.500 kW (3.399 PS)
- Höchstgeschwindigkeit
- 140 km/h
- Zugkraft
- 165,5 kN
- Zugkraft einfach
- 198,6 kN
Berechnete Werte
- Adhäsionskoeffizient
- 1 : 4,09
- Optimale Geschwindigkeit
- 92 km/h
- Leistungsgewicht
- 19,4 kW/t
- Heizflächen-Äquivalent
- 519,8 m²
- Zylindervolumen/HFÄ
- 1 : 909,77
- Reibungsmasse/Gesamt
- 1 : 1,87
- Zugkraft/Heizfläche
- 1 : 11,24
- Rostfläche/Heizfläche
- 1 : 59,40
- Feuerbüchse/Rohrheizfläche
- 1 : 7,80
- Gesamt/Überhitzer
- 1 : 2,52