Banner
Navigation
loco-info.com
Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Deutsche Reichsbahn E 77

anfangs Bayerische EG 3 und Preußische EG 701 bis 725

Deutschland 1924 56 gebaut
E 77 10 im September 2007 auf dem Loktreffen Fürth Magnus Gertkemper

Bei der späteren E 77 handelte es sich um eine der ersten Baureihen von Elektrolokomotiven, die die Reichsbahn gleichzeitig für mehrere Direktionen, d.h. für mehrere ehemalige Länderbahnen beschaffte. Sie wurden entwickelt als leichtere Mehrzweckloks, die vorrangig vor Güterzügen und bei Bedarf auch vor Personenzügen zum Einsatz kommen sollten. Zum Zeitpunkt ihrer Indienststellung erhielten die Maschinen der Rbd München die bayerische Bezeichnung EG 3 und die Maschinen der Rbd Halle bekamen die fortlaufenden preußischen Nummern EG 701 bis EG 725.

Die Lokomotiven bestanden aus zwei Fahrwerken, auf denen sich ein dreiteiliger Aufbau befand. Jedes Fahrwerk bestand aus einer Laufachse mit 1.000 mm großen Rädern und zwei angetriebenen Achsen mit 1.400 mm Raddurchmesser. In jedem dieser beiden Fahrwerke saß je ein Elektromotor mit einer Stundenleistung von 940 kW und einer Dauerleistung von 800 kW. Nach der Reduktion der Drehzahl durch ein Vorgelege gaben die Motoren ihre Leistung über eine Blindwelle und Schrägstange an die beiden Kuppelachsen ab. Die beiden äußeren Teile des Wagenkastens waren fest auf den Fahrwerken angebracht. Neben einem Teil der elektrischen Ausrüstung nahmen sie die Führerstände auf, die anfangs über Übergangstüren an den Stirnseiten verfügten, welche jedoch später entfernt wurden. Der mittlere Teil des Aufbaus lag als Brücke zwischen den Kugelzapfen der Fahrwerke und beinhaltete den Transformator. Faltenbälge und Übergangsbleche stellten sicher, dass man sich ohne die Lok verlassen zu können zwischen den Führerständen bewegen oder an die elektrische Ausrüstung gelangen konnte.

Die 56 zwischen 1924 und 1926 ausgelieferten Exemplare konnten auf Grund einiger technischer Probleme nicht vollständig überzeugen. Die anfangs kaum zufriedenstellenden Laufeigenschaften wurden nachträglich dadurch verbessert, dass die Laufachsen seitlich beweglich mit Federrückstellung eingebaut wurden. Durch diesen Umbau konnte aber nicht vermieden werden, dass die Maschinen in den oberen zehn km/h ihres Geschwindigkeitsbereiches weiterhin unruhig liefen. Ein weiterer Kritikpunkt waren die Übergänge zwischen den drei Teilen des Wagenkastens, die viele bewegliche elektrische Verbindungen enthielten. Letztere waren oftmals der Grund für Probleme und Defekte.

Im Laufe der Zeit gelangten alle Münchener Maschinen in die Reichsbahndirektionen Halle und Hannover. Nach dem Krieg waren drei Maschinen zu stark beschädigt, um sie wieder instand zu setzen. Von den 53 restlichen gingen 42 in die Sowjetunion. Dabei wurden auch einzelne Teile von den restlichen mitgenommen, so dass diese nicht mehr zum Einsatz kommen konnten. 1952 und 1953 kehrten noch 38 Stück in die DDR zurück, von denen nur zehn wieder aufgearbeitet werden konnten. Diese nutzte man bis genügend neue Elektroloks bereit standen, so dass alle bis auf die E 77 10 bis 1968 ausgemustert wurden.

Technische Daten

Allgemein

Eigenschaft Auslieferungszustand Umbau
Baujahre 1924-1926
Hersteller mechanischer Teil: BMAG, Krauss, LHW, elektrischer Teil: BMS
Achsformel (1B)(B1) (1'B)(B1')
Spurweite 1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Eigenschaft Auslieferungszustand Umbau
Länge 16,25 m
Radstand 12,10 m
Dienstmasse 113 t
Reibungsmasse 77,6 t
Achslast 19,8 t

Leistung

Eigenschaft Auslieferungszustand Umbau
Energiequelle Elektro - Wechselstrom
Stundenleistung 1.880 kW (2.556 PS)
Dauerleistung 1.600 kW (2.175 PS)
Höchstgeschwindigkeit 65 km/h
Zugkraft 235,0 kN

Berechnete Werte

Eigenschaft Auslieferungszustand Umbau
Adhäsionskoeffizient 1 : 3,24
Leistungsgewicht 16,6 kW/t
Reibungsmasse/Gesamt 1 : 1,46
Switch to English

Einstellungen

Ihre Einstellungen werden nur für diese Browser-Sitzung gespeichert.

Einwilligung zur Verwendung von Cookies

Wir verwenden Cookies, um Ihre Anzeigeeinstellungen zu speichern. Wenn Sie ablehnen, werden die Einstellungen nur für die aktuelle Browser-Sitzung vorgehalten.