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loco-info.com
Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Preußische P 6

Deutsche Reichsbahn Baureihe 370-1

Deutschland 1902 275 gebaut
Carl Bellingrodt PD

Obwohl die Gattungsbezeichnung auf eine reine Personenzuglok schließen lässt, wurde die P 6 als Universallokomotive entwickelt. Sie war eine der typischen Konstruktionen von Robert Garbe und spielte eine Rolle in der flächendeckenden Verbreitung der Heißdampftechnik in Preußen.

Das erste Exemplar wurde 1902 bei Hohenzollern in Düsseldorf fertiggestellt und hatte einen Kuppelraddurchmesser von nur 1.500 mm, um bedarfsweise auch Güterzüge ziehen zu können. Zudem kam in der Anfangszeit noch ein Rauchkammerüberhitzer zum Einsatz. Bei der Serienausführung wurde der Durchmesser der Kuppelräder um 100 mm vergrößert, zudem wurde später der Rauchröhrenüberhitzer nach Bauart Schmidt verwendet, da sich dieser mittlerweile durchgesetzt hatte. Die Zulassung erfolgte für 90 km/h, was angesichts des Raddurchmessers relativ hoch war.

Neben den 30 Maschinen von Hohenzollern entstanden 111 bei Schwartzkopff, 90 bei Hanomag, 37 bei Henschel, vier in Karlsruhe und drei bei Linke-Hofmann, also insgesamt 275 Stück. Sechs weitere wurden für die Lübeck-Büchener Eisenbahn gefertigt, diese hatten leicht abgeänderte Abmessungen. Die Produktion wurde 1910 eingestellt, da der geringe Durchmesser der Räder und ein nicht ganz vollkommener Masseausgleich zu ungünstigen Laufeigenschaften geführt hatte. Diese waren so ausgeprägt, dass die Höchstgeschwindigkeit im Betrieb fast nie gefahren werden konnte, da man bei dieser einen sehr unruhigen Lauf hatte. Stattdessen wurde die etwas stärkere P 8 in sehr großen Zahlen gefertigt, die in der Folge zu so einer Universallok wurde, wie sie die P 6 ursprünglich sein sollte.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste mit 110 Maschinen ein erheblicher Anteil der vorhandenen Maschinen ins Ausland abgegeben werden, die restlichen wurden später als Baureihe 370-1 von der Reichsbahn genutzt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren die Loks in beiden Teilen Deutschlands vorhanden, aber auf Grund der Verfügbarkeit neuerer und leistungsfähigerer Maschinen mit besserer Laufruhe wurden alle bis 1950 abgestellt und verschrottet.

Technische Daten

Allgemein

Baujahre
1902-1910
Hersteller
Hohenzollern, BMAG, Hanomag, Henschel, MBG Karlsruhe, Linke-Hofmann
Achsformel
1'C h2
Spurweite
1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Länge
17,61 m
Gesamtradstand
14,05 m
Leermasse
52,9 t
Dienstmasse
58,3 t
Reibungsmasse
44,6 t
Feste Radstände
4,00 m
Achslast
15,2 t
Wasservorrat
16.000 l
Brennstoffvorrat
6 t (Kohle)

Kessel

Rostfläche
2,28 m²
Feuerbüchse
11,99 m²
Rohrheizfläche
132,81 m²
Verdampfungsheizfläche
144,8 m²
Überhitzerfläche
42,01 m²
Gesamtheizfläche
186,8 m²

Triebwerk

Raddurchmesser
1.600 mm
Kesseldruck
12 bar
Bauart
einfache Dampfdehnung
Zylinder
zwei, 540 x 630 mm

Leistung

Energiequelle
Dampf
Indizierte Leistung
755 kW (1.027 PS)
Höchstgeschwindigkeit
90 km/h
Zugkraft
117,1 kN

Berechnete Werte

Adhäsionskoeffizient
1 : 3,74
Optimale Geschwindigkeit
40 km/h
Leistungsgewicht
13,0 kW/t
Heizflächen-Äquivalent
288,8 m²
Zylindervolumen/HFÄ
1 : 999,30
Reibungsmasse/Gesamt
1 : 1,31
Zugkraft/Heizfläche
1 : 13,09
Rostfläche/Heizfläche
1 : 81,93
Feuerbüchse/Rohrheizfläche
1 : 11,08
Gesamt/Überhitzer
1 : 3,45
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