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Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Deutsche Reichsbahn Baureihe 24

Polnische Staatsbahnen Oi2

Deutschland 1928 95 gebaut
24 009 im Jahr 1985 im Museum Bochum-Dahlhausen Manfred Kopka CC BY-SA 4.0

Die Baureihe 24 gehörte zu den wenigen deutschen Schlepptenderloks, die direkt für den Einsatz auf Nebenstrecken entwickelt wurden. Um die Vorteile des Einheitsprogrammes bestmöglich zu nutzen, wurde sie gemeinsam mit der Tenderlok der Baureihe 64 entwickelt. Beide Loks waren bis auf die Wasserbehälter bei der 64 bis zum Führerhaus fast baugleich.

In West- und Ostpreußen verfügte die Reichsbahn über ein ausgedehntes Netz von Nebenstrecken, die im Flachland lagen und über lange Abstände zwischen den Haltepunkten verfügten. Die meisten Tenderloks konnten auf vielen dieser Strecken jedoch nicht eingesetzt werden, da die Achslast zu groß war. So entstand die 24 als Personenzuglok der Achsfolge 1'C, deren höchste Achslast 15 Tonnen betrug und die für 90 km/h ausgelegt war. Mit ihrer langen Reichweite erwarb sie sich schnell den Ruf als Flachlandrenner, ebenso verlieh man ihr den Spitznamen „Steppenpferd”. Im Vergleich zu anderen Einheitsloks fiel die 24 dadurch auf, dass der Kessel relativ weit vorne gelagert war und somit die Zylinder und der Schornstein nicht auf der gleichen Höhe lagen. Die Konstruktion des Fahrwerks konnte auf Grund der geringen Achszahl recht einfach gehalten werden. Die Aufhängung der Vorlaufachse in einem Bisselgestell und geschwächte Spurkränze an der mittleren Kuppelachse reichten aus, um gute Laufeigenschaften zu erzielen.

Insgesamt entstanden 95 Exemplare, die zwischen 1928 und 1940 ausgeliefert wurden. Die 24 069 und 070 führte man abweichend als Mitteldruckmaschinen mit einem Kesseldruck von 25 bar aus. Erstere bekam ein Zweizylinder-Verbundtriebwerk und zweitere Gleichstromzylinder. Während die 070 überhaupt nicht überzeugen konnte und später auf den Stand der Serienmaschinen zurückgebaut wurde, erreichte die 069 den geringsten spezifischen Dampfverbrauch aller Einheitsloks. Auf Grund von Problemen mit dem höheren Druck wurden beide später nur noch mit 20 bar betrieben.

Da die Maschinen für die östlichen Gebiete des Reiches angeschafft wurden, kamen auch 34 Stück nach Ende des zweiten Weltkriegs zur Polnischen Staatsbahn, welche sie bis 1976 unter der Bezeichnung Oi2 einsetzte. Ein größerer Teil kam mit 47 Stück zur Bundesbahn, wo sie alle zwischen 1960 und 1966 ausgemustert wurden. Die Reichsbahn erhielt nur vier Maschinen, von denen drei vor 1970 ausgemustert worden waren. Die einzig noch vorhandene 24 009 bekam schließlich die Nummer 37 1009 und wurde zwei Jahre später verkauft.

Mitteldruck-Versuchsträger 24 069 mit Verbundtriebwerk Die Lokomotive, Januar 1936

Technische Daten

Allgemein

Eigenschaft Serienausführung 24 069
Baujahre 1928-1940 1932
Hersteller Borsig, Hanomag, Henschel, Krupp, Linke-Hofmann, Schichau Borsig
Achsformel 1'C h2 1'C h2v
Spurweite 1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Eigenschaft Serienausführung 24 069
Länge 16,96 m
Radstand 6,30 m
Leermasse 53,4 t 53,5 t
Dienstmasse 58,3 t 58,5 t
Reibungsmasse 45 t 45,7 t
Gesamtmasse 100,6 t 100,8 t
Feste Radstände 3,60 m
Achslast 15,1 t 15,3 t
Wasservorrat 16.000 l
Brennstoffvorrat 6 t (Kohle)

Kessel

Eigenschaft Serienausführung 24 069
Rostfläche 2,04 m² 2,06 m²
Feuerbüchse 8,7 m²
Rohrheizfläche 95,78 m² 95,35 m²
Verdampfungsheizfläche 104,48 m² 104,05 m²
Überhitzerfläche 37,34 m² 36,6 m²
Gesamtheizfläche 141,8 m² 140,7 m²

Triebwerk

Eigenschaft Serienausführung 24 069
Raddurchmesser 1.500 mm
Kesseldruck 14 bar 25 bar
Bauart einfache Dampfdehnung Verbund
Zylinder zwei, 500 x 660 mm zwei, HD: 400 x 660 mm und ND: 600 x 660 mm

Leistung

Eigenschaft Serienausführung 24 069
Energiequelle Dampf
Indizierte Leistung 677 kW (920 PS)
Höchstgeschwindigkeit 90 km/h
Zugkraft 130,9 kN 103,6 kN
Geschätzte Leistung 900 kW (1.224 PS)
Zugkraft einfach 124,3 kN

Berechnete Werte

Eigenschaft Serienausführung 24 069
Adhäsionskoeffizient 1 : 3,37 1 : 4,32
Optimale Geschwindigkeit 32 km/h 53 km/h
Leistungsgewicht 11,6 kW/t 15,4 kW/t
Heizflächen-Äquivalent 222,7 m² 220,8 m²
Zylindervolumen/HFÄ 1 : 1.164,02 1 : 798,38
Reibungsmasse/Gesamt 1 : 1,30 1 : 1,28
Zugkraft/Heizfläche 1 : 19,28 1 : 15,38
Rostfläche/Heizfläche 1 : 69,52 1 : 68,28
Feuerbüchse/Rohrheizfläche 1 : 11,01 1 : 10,96
Gesamt/Überhitzer 1 : 2,80 1 : 2,84
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