Bei der Chesapeake & Ohio wurde die Achsfolge 2'D2' nicht „Northern“, sondern „Greenbrier“ genannt, nach dem Hotel in White Sulphur Springs, West Virginia, das ein beliebtes Ziel der C&O war. Für schwere Schnellzüge setzte die C&O insgesamt zwölf Lokomotiven dieser Achsfolge ein, die zwischen 1935 und 1948 in drei Serien geliefert wurden. Diese Greenbriers wurden von Lima gebaut und bildeten die Klasse J-3. Sie beförderten bekannte Züge wie den George Washington, den Sportsman und den Fast Flying Virginian, wurden aber manchmal auch für den Güterzug- und Schubdienst eingesetzt, insbesondere in Kriegszeiten.
Die erste Serie mit den Nummern 600 bis 604 wurde 1935 gebaut und nach Politikern aus Virginia benannt. Sie verfügten über einen großen modernen Kessel mit einem Worthington-Speisewasservorwärmer, Thermosiphons, Bogenrohren und einer Verbrennungskammer. Der Druck betrug zunächst 17,2 bar, wurde aber später auf 17,6 bar erhöht. Sie wurden mit Heusinger-Steuerung gebaut und später auf Baker-Steuerung umgebaut. Zusätzlich zu den 298 kN Zugkraft, die von den vier Kuppelachsen bereitgestellt wurden, erhöhte ein Booster im Nachlaufdrehgestell die Gesamtzugkraft auf 360 kN.
Die Lokomotiven mit den Nummern 605 und 606 wurden 1942 gebaut und ebenfalls nach Politikern aus Virginia benannt. Sie hatten von Anfang an einen Druck von 17,6 bar und eine Baker-Steuerung und waren an allen vier Drehgestellachsen mit Rollenlagern ausgestattet. Da der größte Teil des hochfesten Stahls für den Krieg benötigt wurde, musste Lima mehr herkömmlichen Stahl verwenden, was das Gewicht der Lokomotiven um 13,3 Tonnen erhöhte. Nach der Einführung der J-3a wurden diese aufgrund der Änderungen gegenüber der ersten Serie als J-3b bezeichnet.
Als letzte 2'D2'-Lokomotiven, die für eine amerikanische Bahngesellschaft gebaut wurden, stellte Lima 1948 die letzten fünf Greenbriers her. Sie trugen nur die Nummern 610 bis 614 und keine Namen und wurden aufgrund mehrerer Verbesserungen zur Klasse J-3a. Die Kuppelräder waren nun vom Typ Boxpok und hatten einen Durchmesser von 74 statt 72 Zoll (1.880 statt 1.829 mm). Auch die älteren Lokomotiven erhielten nun 74-Zoll-Kuppelräder. Alle Achsen und alle anderen rotierenden Teile des Fahrwerks waren nun mit Rollenlagern ausgestattet. Die Feuerbüchse verlor ihre Thermosiphons und Bogenrohre, verfügte nun jedoch über Zirkulationsrohre, eine größere Verbrennungskammer und die Rauchrohre im Langkessel hatten einen größeren Durchmesser. Anstelle des Worthington-Speisewasservorwärmers hatten sie nun einen Hancock-Abdampfinjektor.
Diese Lokomotiven leisteten rund 3.500 PS am Haken und erreichten eine Höchstgeschwindigkeit von 100 mph bzw. 161 km/h. Nachdem alle zwischen 1953 und 1957 ausgemustert worden waren, war die 614 die einzige Überlebende. Sie wurde 1980 restauriert und als Testplattform für Ross Rowlands ACE 3000-Projekt für eine moderne kohlegefeuerte Dampflokomotive genutzt, um den steigenden Ölkosten entgegenzuwirken. Nachdem sie für Sonderfahrten eingesetzt worden war, wurde sie 2012 in Clifton Forge, Virginia, nicht betriebsfähig aufgestellt. Im Juni 2025 wurde sie zur Strasburg Rail Road gebracht, um dort wieder in einen einsatzbereiten Zustand gebracht zu werden.