1875 führte Samuel Waite Johnson eine Reihe von Standard-Güterzuglokomotiven ein, die zu den zahlenmäßig größten Lokomotivklassen Großbritanniens werden sollten. Sie wurden als „Johnson 0-6-0“ bekannt und erreichten schließlich eine Stückzahl von 935 Exemplaren. Die Lokomotiven besaßen innenliegende Zylinder und einen Innenrahmen, verfügten jedoch zusätzlich über außenliegende Hilfsrahmen mit Radkästen. Sie wurden zwischen 1875 und 1908 von sieben privaten Lokomotivfabriken sowie in den Werkstätten der Midland Railway in Derby gebaut. Die nach 1904 bestellten Serien wurden von Richard Deeley bestellt. Zwischen 1896 und 1899 erhielt auch die Midland and Great Northern Joint Railway 16 dieser Lokomotiven.
Die meisten besaßen Kuppelräder mit einem Durchmesser von 5 Fuß 2½ Zoll (1.588 mm). 180 Lokomotiven erhielten kleinere Kuppelräder von 4 Fuß 10½ Zoll (1.486 mm), um die Zugkraft auf Kosten der Geschwindigkeit zu erhöhen. Die ersten Bauserien vor 1885 mit den Nummern 1142 bis 1357 verfügten über Zylinder von 17½ mal 26 Zoll (445 mal 660 mm) und einen Kesseldruck von 9,7 bar. Die späteren Ausführungen erhielten einen Zylinderdurchmesser von 18 Zoll (457 mm) sowie einen Kesseldruck von 10,3 oder 11,0 bar. Die letzten 70 Lokomotiven der Klassen 2736 und 3815 wurden mit größeren Kesseln der Bauarten H und H1 ausgerüstet, deren Kesseldruck 12,1 bar betrug. Die letzten 60 dieser Maschinen besaßen sogar einen Zylinderdurchmesser von 18½ Zoll (470 mm).
Schon bald wurden ältere Lokomotiven mit denselben H- und H1-Kesseln umgebaut. Bis 1915 waren 380 Umbauten abgeschlossen. Ab 1916 erhielten weitere Maschinen neue Kessel mit Belpaire-Feuerbüchse. Dabei bekamen die älteren Lokomotiven wiederum kleinere Kessel, damit ihre Dienstmasse bei 40 Tonnen blieb, während die neueren größere Kessel erhielten. Lokomotiven mit einem Kesseldruck von 12,1 bar wurden nun bei der LMS in die Leistungsklasse 3F eingestuft, während die übrigen lediglich genug Zugkraft für Klasse 2F aufwiesen. In den 1920er Jahren wurden lediglich drei Lokomotiven mit Überhitzern ausgerüstet. Gleichzeitig begann 1925 die Ausmusterung der nicht umgebauten Maschinen. Die letzten Exemplare verschwanden erst 1964 aus dem Bestand.