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Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Preußische G 121 und Sächsische XIII H

Deutsche Reichsbahn Baureihen 580 und 581

Deutschland 1915 53 gebaut
„Die Lokomotive”, Oktober 1916 PD

Die G 121 entstand als Güterzuglok auf Grund des Umstands, dass die Gewichte der Züge in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg stark zugenommen hatten und nach dem Kriegsausbruch noch stärker wuchsen. Anders als ihre Bezeichnung vermuten lässt, bildete sie die Basis für die etwas leichtere G 12, welche in der Folgezeit deutlich mehr als 1.000 mal für viele verschiedene Bahnverwaltungen in Deutschland gebaut wurde. Sie waren nach der in Elsaß-Lothringen gebauten G 11 die zweite Gattung in Deutschland mit der Achsfolge 1'E.

Zur Leistungssteigerung erhielten sie ein Triebwerk mit drei Zylindern, was sich zudem vorteilhaft auf die Laufeigenschaften auswirkte. Auf Grund der fünf gekuppelten Achsen musste eine schmale Feuerbüchse zum Einsatz kommen, die sich zwischen den Rahmenwangen installieren ließ, um den Kessel in der gewohnten tiefen Position anordnen zu können. In der Folge hatte der Rost eine Länge von mehr als drei Metern, was die gleichmäßige Beschickung mit Kohle zu einer großen Herausforderung für den Heizer werden ließ.

Neben den 21 Maschinen für Preußen und 12 Stück für Elsaß-Lothringen fertigte man bei Hartmann in Chemnitz die XIII H für die Sächsischen Staats-Eisenbahnen, welche fast baugleich mit der G 121 waren. Der Unterschied war das größere Gewicht, das mit 101,1 Tonnen zum ersten Mal bei einer Güterzuglok in Deutschland über der Marke von 100 Tonnen lag.

Trotz ihrer hohen Leistung stellte man die Produktion 1917 zu Gunsten der G 12 ein, welche sich mit einem geringfügig gesunkenen Gewicht besser für Nebenstrecken eignete. Durch die Abgabe einiger G 121 als Reparationsleistung übernahm die Reichsbahn nur noch 15 Exemplare und gab ihnen die Nummern 58 001 bis 58 015. Von den sächsischen Maschinen konnte man 14 Stück übernehmen und gab ihnen die Nummern 58 101 bis 58 114. Alle übernommenen Maschinen wurden bis zur Mitte der Dreißiger gegen Einheitsloks ersetzt, jedoch kamen im Zweiten Weltkrieg andere aus Frankreich zurück. Diese gelangten nach Kriegsende alle in die DDR und wurden dort bis spätestens 1957 ausgemustert.

Technische Daten

Allgemein

Eigenschaft G 121 XIII H
Baujahre 1915-1917
Hersteller Henschel, Hartmann
Achsformel 1'E h3
Spurweite 1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Eigenschaft G 121 XIII H
Länge 20,47 m 20,70 m
Radstand 8,50 m
Dienstmasse 98,8 t 101,1 t
Reibungsmasse 84,3 t 86,5 t
Feste Radstände 6,00 m
Achslast 17,1 t 17,3 t
Wasservorrat 21.500 l 21.000 l
Brennstoffvorrat 7 t (Kohle)

Kessel

Eigenschaft G 121 XIII H
Rostfläche 3,28 m²
Feuerbüchse 14,2 m²
Rohrheizfläche 191,5 m² 210,5 m²
Verdampfungsheizfläche 205,7 m² 224,7 m²
Überhitzerfläche 77,72 m² 81,26 m²
Gesamtheizfläche 283,4 m² 306,0 m²

Triebwerk

Eigenschaft G 121 XIII H
Raddurchmesser 1.400 mm
Kesseldruck 14 bar
Bauart einfache Dampfdehnung
Zylinder drei, 560 x 660 mm

Leistung

Eigenschaft G 121 XIII H
Energiequelle Dampf
Indizierte Leistung 1.203 kW (1.636 PS)
Höchstgeschwindigkeit 60 km/h
Zugkraft 263,9 kN
Geschätzte Leistung 1.250 kW (1.700 PS)

Berechnete Werte

Eigenschaft G 121 XIII H
Adhäsionskoeffizient 1 : 3,13 1 : 3,22
Optimale Geschwindigkeit 27 km/h 29 km/h
Leistungsgewicht 12,2 kW/t 12,4 kW/t
Heizflächen-Äquivalent 432,1 m² 458,2 m²
Zylindervolumen/HFÄ 1 : 1.128,51 1 : 1.064,28
Reibungsmasse/Gesamt 1 : 1,17
Zugkraft/Heizfläche 1 : 19,45 1 : 18,01
Rostfläche/Heizfläche 1 : 86,41 1 : 93,28
Feuerbüchse/Rohrheizfläche 1 : 13,49 1 : 14,82
Gesamt/Überhitzer 1 : 2,65 1 : 2,77
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