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loco-info.com
Das Nachschlagewerk für Loks und Triebwagen

Badische XII

Badische III

Deutschland 1861 41 gebaut
Nr. 127 mit kleinem Dampfdom auf einem Werksfoto der MBG Karlsruhe PD

Auch bei der Großherzoglich Badischen Staatseisenbahn reichten einfach gekuppelte Lokomotiven bald nicht mehr aus, und so entwickelte man die Gattung XII mit der Achsfolge 2'B und einem auffallend kurzen Achsstand. Gewisse Ähnlichkeiten zu schweizer Maschinen verwundern nicht, da man zum Teil auch das schweizer Netz nutzte.

Frühere Maschinen hatten oft die Achsfolge 1A1, jedoch entschied man sich beim Hinzufügen einer zweiten Kuppelachse für ein vorderes Drehgestell statt zweier einzelner Laufachsen. Um weiterhin die vorhandenen Drehscheiben nutzen zu können, führte man den Gesamtachsstand so kurz wie möglich aus. Dies erreichte man auf Grund der großen Kuppelräder nicht alleine durch ein Zurückversetzen des Drehgestells, sondern man musste das Drehgestell an sich sehr kurz ausführen und auch den Abstand der restlichen Achsen so kurz wie möglich halten.

Da die Entwicklung zu dieser Zeit schnelle Fortschritte machte, unterschieden sich die Maschinen je nach Baujahr. Auffällig war, dass der Dampfdom bei den ersten Serien relativ klein war und bei den späteren deutlich größer. Gemeinsam war allen, dass die außenliegenden Blattfedern auffielen und die Verzögerung über Spindelbremsen an allen Rädern des Tenders erfolgte. Durch die Auslegung des Kessels und die Position der Zylinder vor dem Drehgestell war trotz der großen Räder nur eine Geschwindigkeit von 60 km/h möglich.

Trotz der Unzulänglichkeit wurden die Maschinen der ab 1868 als Gattung III bezeichneten Baureihe unverzichtbar, so dass ab 1869 eine verstärkte Ausführung als III a beschafft wurde. Von den 41 Exemplaren der XII bzw. III und der III a wurden ab 1881 viele zur III b mit nochmals stärkerem Kessel und längerem Rahmen umgebaut. Die Ausmusterung der nicht umgebauten Maschinen erfolgte zu Anfang der 1890er Jahre, die restlichen konnten sich nach der Jahrhundertwende noch einige Jahre halten.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist diese Maschine beim Rangierdienst in Basel anzutreffen Locomotive Magazine, April 1903

Technische Daten

Allgemein

Eigenschaft Ausführung 1861 Ausführung 1864
Baujahre 1861-1863 1864-1865
Hersteller MBG Karlsruhe
Achsformel 2'B n2
Spurweite 1.435 mm (Normalspur)

Abmessungen und Gewichte

Eigenschaft Ausführung 1861 Ausführung 1864
Länge 13,45 m
Radstand 4,50 m
Gesamtradstand 10,13 m
Leermasse 25,5 t
Dienstmasse 28,7 t
Reibungsmasse 16 t
Feste Radstände 1,95 m
Achslast 8 t
Wasservorrat 5.670 l 5.400 l

Kessel

Eigenschaft Ausführung 1861 Ausführung 1864
Rostfläche 0,97 m²
Feuerbüchse 5,86 m²
Rohrheizfläche 80,36 m² 84,01 m²
Verdampfungsheizfläche 86,22 m² 89,87 m²
Gesamtheizfläche 86,2 m² 89,9 m²

Triebwerk

Eigenschaft Ausführung 1861 Ausführung 1864
Raddurchmesser 1.830 mm
Kesseldruck 7 bar 8 bar
Bauart einfache Dampfdehnung
Zylinder zwei, 405 x 560 mm

Leistung

Eigenschaft Ausführung 1861 Ausführung 1864
Energiequelle Dampf
Geschätzte Leistung 130 kW (177 PS)
Höchstgeschwindigkeit 60 km/h
Zugkraft 29,9 kN 34,1 kN

Berechnete Werte

Eigenschaft Ausführung 1861 Ausführung 1864
Adhäsionskoeffizient 1 : 5,26 1 : 4,60
Optimale Geschwindigkeit 27 km/h 23 km/h
Leistungsgewicht 4,5 kW/t
Heizflächen-Äquivalent 115,5 m² 119,2 m²
Zylindervolumen/HFÄ 1 : 1.249,00 1 : 1.210,74
Reibungsmasse/Gesamt 1 : 1,79
Zugkraft/Heizfläche 1 : 7,23 1 : 7,93
Rostfläche/Heizfläche 1 : 88,89 1 : 92,65
Feuerbüchse/Rohrheizfläche 1 : 13,71 1 : 14,34
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